Weilheimer Festspiele im Stadttheater Weilheim i.OB

 

 

Der Besuch der alten Dame

Eine tragische Komödie von Friedrich Dürrenmatt

Eigentlich ist alles lange her: Klara Wäscher war siebzehn Jahre alt, als sie vom neunzehnjährigen Alfred Ill ein Kind erwartete. Der junge Mann leugnete die Vaterschaft und gewann vor Gericht, weil er Zeugen bestach. Klara musste den Ort der Begebenheit, die kleine Stadt Güllen, entehrt und mittellos verlassen. Das Kind verlor sie. Dann verdingte sie sich als Prostituierte und heiratete reich. Schwerreich! Auch nach 45 Jahren und acht weiteren Ehen gab es kein Vergessen. Claire Zachanassian – so heißt die Milliardärin jetzt – vergaß nichts! Nun besucht sie ihre alte Heimat und fordert Gerechtigkeit. Ihr irritierendes Angebot: eine Milliardensumme für den Tod Alfred Ills, des Erzeugers ihres verloren gegangenen Kindes. Zunächst herrscht allgemeines Entsetzen über das Ansinnen der Milliardärin. Alfred Ill vertraut auf den Schutz rechtsstaatlicher Normen. Keiner würde es wagen, ihn zu töten. Er muss erkennen, dass es nicht so ist. Die Aussicht auf Geld scheint Phantasien freizusetzen. Schicht für Schicht verführt das Angebot die Stadtgemeinschaft – solange, bis es eine Mehrheit gibt. Und die ist einstimmig.
Komisch ist dieses Theaterstück wahrlich nicht. Komisch ist es höchstens im Sinne der alten Komödie, die Menschentypen auf die Bühne brachte, deren Verhalten Unbehagen verursacht. Verursacht ein Mord gegen Geld nicht Unbehagen? Was müssen das für Menschen sein, die das machen. Komische Menschen, die eine Tragödie heraufbeschwören. Das 1956 uraufgeführte Stück gehört zu den größten Werken der Theaterliteratur.

mit
Yvonne Brosch, Michael Althauser, Willi Beck, Winfried Hübner, Uwe Kosubek, Peter Musäus,
Stephan Neumüller, Anuschka Tochtermann, Holger Schmidt-Lutz, Natalie SeitzGeorg Denk, Heinz Fink, Michael Golf, Anita Kurzrock, Lena Lagalante, Marie Lagalante, Waltraut Lederer,
Sebastian Schmederer, Nina Sohnius, u.a.

Inszenierung:Celino Bleiweiss  –  Ausstattung: Andreas Arneth

Freitag     12. Oktober 2018 – 20 Uhr
Samstag  13. Oktober 2018 – 20 Uhr
Freitag     19. Oktober 2018 – 18 Uhr (!)  – Geniessen Sie danach das Lichtkunst-Festival in der Innenstadt
Donnerst. 25. Oktober 2018 – 20 Uhr
Freitag     26. Oktober 2018 – 20 Uhr
Samstag  27. Oktober 2018 – 20 Uhr
Sonntag   28. Oktober 2018 – 18 Uhr

 

 

George Dandin oder der betrogene Ehemann

von Molière

George Dandin (oder der betrogene Ehemann) von Jean Baptiste Molière wurde 1668 im Schloss zu Versailles vor König Ludwig XIV. uraufgeführt. (Unter uns: zur Ehren der Mätresse des Königs und zum Spott des eigentlichen Ehemanns) – Weilheimer Festspiele
Im Privatfernsehen gibt es eine Sendung, in der Landwirte Frauen fürs Leben suchen. George Dandin ist Bauer. Er ist reich, nicht zu groß und hat schon eine Frau gefunden. Und was für eine: groß, hübsch, schlau und von Adel. Ganz freiwillig hat Angélique de Sotenville den Bauern nicht geheiratet. Vielmehr wollte George Dandin mehr sein, als er ist und die Eltern der Angeheirateten mehr haben, als sie in Wirklichkeit besitzen.
Ein Deal der uns vor das Haus des „Monsieur de la Dandinière“ (so lässt sich George Dandin nun gerne anreden) führt. Der Ort wird zum Schauplatz für alles, was so ein, man möchte sagen: Kuhhandel, nach sich zieht. Der Ehemann wird nach Strich und Faden betrogen, kann es aber seinen Schwiegereltern nicht beweisen. Im Gegenteil: George steht immer als Depp da, wenn er versucht seine Gattin in flagranti zu erwischen. Zu raffiniert ist das Töchterle, als dass die Eltern Arges von ihrem Kinde denken könnten. Das Dienstpersonal trägt das Seinige bei – entsprechend raffiniert oder deppert. Man sollte nicht vergessen, dass Molière für den französischen Hof gearbeitet hat. Die vom Sonnenkönig durchaus gewünschten Seitenhiebe auf diejenigen, die sich als etwas ausgaben, was sie nicht waren, treffen immer noch!

 

mit

Lisa Fertner, Ruben Hagspiel, Benjamin Hirt, Uwe Kosubek,
Astrid Martiny, Florian Münzer, Rosalie Schlagheck, Nathalie Seitz

Inszenierung: Yvonne Brosch – Ausstattung: Andreas Arneth

 

Samstag    15. Dezember 2018 – 20 Uhr
Sonntag     16. Dezember 2018 – 18 Uhr
Miittwoch   26. Dezember 2017 – 18 Uhr (2. Weihnachtstag)
Freitag       28. Dezember 2018 – 20 Uhr
Samstag    29. Dezember 2018 – 20 Uhr
Sonntag     30. Dezember 2018 – 18 Uhr
Silvester     31. Dezember 2018 – 18 Uhr